Innentüren erneuern: was bei Maß, Zarge und Schallschutz wirklich zählt
Vergessen Sie nicht die Bewegungszonen: Vor dem Waschbecken brauchen Sie mindestens 70 Zentimeter, vor dem WC und der Dusche mindestens 60 Zentimeter. Wenn diese Abstände nicht eingehalten werden, fühlt sich das Bad auch dann beengt an, wenn alle Objekte klein sind. Messen Sie diese Abstände im Gehen mit einem Zollstock – nicht nur im Stehen. Ein typischer Fehler ist, die Dusche zu nah an die Badezimmertür zu setzen, sodass man beim Betreten sofort vor der Dusche steht. Verschieben Sie die Dusche stattdessen entlang einer langen Wand, während das WC die gegenüberliegende Ecke einnimmt.
Zum Schluss testen Sie den Erfolg: Schließen Sie die Tür und legen Sie ein Ohr an den Spalt. Hören Sie noch deutlich Geräusche, sollten Sie die Dichtung an den kritischen Stellen nachjustieren. Bei stark unebenen Zargen kann es helfen, eine zweite Lage aufzubringen – aber nur, wenn die Tür dann nicht klemmt. Kontrollieren Sie außerdem die Scharniere: Eine Tür, die durchhängt, muss zuerst justiert werden, sonst bringt die beste Dichtung wenig. Mit diesen fünf Schritten wird aus der lärmdurchlässigen Altbautür eine deutlich ruhigere Zimmertür – ohne dass Sie viel Geld für neue Türen ausgeben müssen.
Das Material entscheidet über die Lebensdauer. Holz wirkt warm, verzieht sich aber bei dauerhafter Feuchtigkeit. Wenn Sie sich für Holz entscheiden, nehmen Sie nur ausdrücklich feuchtraumgeeignete Sorten wie Teak oder thermobehandelte Buche. Diese müssen regelmäßig geölt werden, sonst bilden sich schwarze Flecken. Glas ist hygienisch und modern, aber es erfordert eine spezielle Halterung, die das Gewicht sicher trägt – achten Sie auf die maximale Lastangabe der Dübel. Metallroste sind praktisch für Shampooflaschen, weil Wasser ablaufen kann, aber sie rosten an den Schweißnähten, wenn die Oberfläche nicht verchromt ist. Vermeiden Sie spanplattenbeschichtete Regale ohne Versiegelung: Die Kanten quellen nach ein paar Monaten auf und das Regal wird instabil.
Ein weiterer Punkt, den viele übersehen, ist die Türe. Eine normale Tür, die nach innen öffnet, kostet wertvollen Raum. Ersetzen Sie sie durch eine Schiebetür oder eine Falttür, dann gewinnen Sie oft 70 bis 80 Zentimeter nutzbare Fläche – das ist mehr, als Sie durch jede noch so clevere Anordnung der Sanitärobjekte erreichen. Auch die Duschabtrennung selbst kann zur Platzfalle werden: Eine große Glaswand oder eine Ecke mit zwei Glasscheiben nimmt viel Raum ein. Eine Duschwand mit nur einer Glasseite – zum Beispiel eine, die nur die Ecke zur Wand hin abtrennt – lässt den Rest des Bads offen und vergrößert so die Bewegungsfläche.
Montieren Sie den Schrank nur an einer massiven Wand, nicht an einer Leichtbauwand aus Gipskarton. Im Bad verlaufen häufig Wasserleitungen und Stromkabel in der Wand. Ein Leitungssuchgerät hilft, bevor Sie bohren. Markieren Sie die Bohrlöcher waagerecht mit einer Wasserwaage. Für einen Schrank, der oben an der Wand hängt, reichen stabile Dübel, die zum Wandmaterial passen – bei Beton oder Ziegel nehmen Sie passende Dübel, bei Porenbeton spezielle Universaldübel. Ziehen Sie die Schrauben nicht zu fest an, sonst verformt sich der Schrankrahmen.
Die indirekte LED-Beleuchtung hinter einer Vorhangschiene erzeugt einen weichen Lichtschein an der Decke, der den Raum optisch vergrößert und eine angenehme Atmosphäre schafft. Doch die Planung ist tückischer, als es auf den ersten Blick scheint. Wer die Leuchten einfach hinter die Schiene klebt, bekommt oft harte Lichtkanten oder ungleichmäßige Helligkeit. Damit das nicht passiert, sollten Sie zuerst die baulichen Gegebenheiten genau prüfen: Wie weit ragt die Schiene von der Wand? Wie hoch ist der Abstand zur Decke? Und welche Art von Vorhang wird später montiert – ein leichter Stoff oder ein schwerer Verdunkelungsvorhang? Diese Faktoren bestimmen, ob Sie ein LED-Band, einen Profilstrahler oder mehrere kleine Spotmodule benötigen.
Nach dem Anbringen prüfen Sie, ob die Tür noch leichtgängig schließt. Ist der Widerstand zu groß, liegt es oft daran, dass die Dichtung an einer Stelle zu dick ist. Dann können Sie sie an dieser Stelle mit einem scharfen Messer vorsichtig abschälen. Achten Sie darauf, dass die Tür nicht am Boden schleift – das wäre ein Anzeichen für eine zu dicke Dichtung am unteren Ende. Ein weiterer typischer Fehler ist, die Dichtung nur an den Seiten anzubringen und die Schwelle auszulassen. Aber gerade dort dringt viel Schall ein. Verwenden Sie für den Boden eine spezielle Bodendichtung, die beim Schließen automatisch absenkt.
Die Türen des Schranks sollten Sie mit Dämpfern ausstatten, sonst knallen sie im Bad laut zu. Achten Sie darauf, dass die Schranktüren nicht die Badezimmertür blockieren, wenn Sie geöffnet sind. Ein Schrank mit Schiebetüren ist hier praktischer, weil er weniger Platz zum Öffnen braucht. Prüfen Sie außerdem die Feuchtigkeitsbeständigkeit: Normale Spanplatten quellen im Bad auf. Nehmen Sie eine feuchtraumgeeignete Oberfläche, etwa mit Melaminharz beschichtete Platten oder ein Modell aus Kunststoff.